Corona-Impfung im Altenpflegeheim: Fast alle sind dabei

(04.01.2021) Die Impfungen gegen das Coronavirus im Landesverein für Innere Mission in Schleswig-Holstein gehen weiter: Am Montag wurden 61 Bewohner*innen des Altenpflegeheims Ruhleben in Bösdorf bei Plön geimpft.

Warum sie sich impfen lässt? Käthe Klönhammer muss nicht nachdenken, ihre Antwort kommt ohne Zögern: „Damit ich und die Leute um mich herum geschützt werden“, sagt die fröhliche Seniorin. Sie ist eine von 61 Bewohner*innen des Altenpflegeheims Ruhleben in Bösdorf, die am Montag eine Corona-Impfung erhalten haben. „Zum Glück gab es hier jetzt schon die Möglichkeit“, ergänzt Elke Ernst, die sich auch im Bewohnerbeirat des Heimes am idyllischen Plöner See engagiert. Beide haben von der Entwicklung eines Impfstoffes aus der Zeitung und dem Fernsehen erfahren, sich mit anderen Bewohner*innen darüber unterhalten und bereits vor dem Tag der Impfung ihre Fragen mit den Mitarbeiter*innen des APH Ruhleben besprechen.

Für die Menschen im Altenpflegeheim Ruhleben war der Beginn der Schutzimpfungen gegen das Corona-Virus eine gute Nachricht, nachdem viele Bewohner*innen die neuerlichen Einschränkungen durch den harten Lockdown bedauert haben, berichtet Einrichtungsleiterin Janet Brinckmann. „Das heißt nicht, dass wir sofort wieder alles machen können“, sagt sie augenzwinkernd zu den Menschen, die im Foyer des Altenpflegeheims auf die Impfung warten, „aber es ist ein erster Schritt zurück zur Normalität“. Diese wünschen sich die Menschen in der Einrichtung des Landesvereins in Bösdorf und haben sich daher besonders über die Weihnachtsgottesdienste gefreut, welche in diesem Jahr direkt in den Bereichen des Altenpflegeheims im kleinen Rahmen stattfanden konnten. 

Wie bereits am Sonntag im Paul-Gerhardt-Haus in Wahlstedt war auch in Bösdorf die Impfbereitschaft groß: 61 von 67 Bewohner*innen ließen sich impfen. Einrichtungsleiterin Janet Brinckmann ist nicht nur auf ihre Schützlinge stolz, sondern auch auf das Team des Altenpflegeheims: Die Mitarbeitenden hätten sich trotz der kurzen Vorbereitungszeit seit dem 1. Januar schnell und sorgfältig auf die neue Situation eingerichtet: „Alle waren sofort da und wollten mithelfen“, berichtet Janet Brinckmann.

Die Bewohner*innen nehmen den Trubel im Foyer des Altenpflegeheims Ruhleben mit Gelassenheit und Humor: „Ich hab schon so viel erlebt“, sagt Martha Tode schmunzelnd, als sie im Rollstuhl zur Impfärztin gebracht wird. Ob sie auch mit einem Foto für die Presse einverstanden wäre? „Na klar, ist doch nichts dabei, ist doch nur ein Pieks“, sagt sie. Die Impfärztin beugt sich zu der rüstigen Dame herunter und erklärt ihr, dass Nebenwirkungen selten seien und dass sie sich nach der Impfung schonen müssen: „Sie können heute noch keine Bäume ausreißen, Frau Tode“, sagt die Impfärztin augenzwinkernd – und wenige Augenblicke später ist die Impfung bereits überstanden. In drei Wochen bekommen Martha Tode und die anderen Bewohner*innen die zweite Dosis.