Corona-Hotline: Positive Zwischenbilanz nach sechs Monaten

(21.12.2020) Der Landesverein für Innere Mission in Schleswig-Holstein unterstützt auch Angehörige der Menschen, die sich uns anvertraut haben, bei Anfragen rund um die Corona-Pandemie.


Die Corona-Krise belastet die Menschen im Landesverein durch vielfältige Einschränkungen im beruflichen und privaten Umfeld. Der Landesverein unterstützt auch die Angehörigen und möchte sie mit einem Angebot unterstützen: Die „KOMPASS-Hotline: Wir lassen Sie nicht allein“ wurde Mitte Mai ins Leben gerufen. Wer über Ängste und Sorgen sowie persönliche Belastungen sprechen möchte, kann erfahrene Mitarbeitende des Landesvereins am Hilfe-Telefon unter 04328 - 18 9595 von Montag bis Freitag zwischen 12 und 17 Uhr erreichen.

Nach einem halben Jahr zieht Britta Hansen, die in der Fachstelle "KOMPASS" die Hotline nach dem Start betreut hat, eine Zwischenbilanz: "Eine regelrechte Flut an Anrufen, so wie wir ursprünglich erwartet hatten, ist ausgeblieben - die Angehörigen und Beschäftigten haben sich offenbar gut in öffentlich zugänglichen Quellen informiert." Mitarbeitende wurden zudem mit internen Rundbriefen auf dem Laufenden gehalten. "Wir haben eine große Dankbarkeit für die Möglichkeit, bei Fragen eine zentrale Stelle kontaktieren zu können, wahrgenommen." 

Die meisten Anrufe kamen von Angehörigen pflegebedürftiger Menschen aus den Bereichen der Altenhilfe („Wann darf ich endlich meine Angehörigen wieder besuchen?“) und Angehörigen der Menschen, die in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen  tätig sind („Wann werden die Werkstätten wieder öffnen?“). Etwas weniger Anrufe erhielten wir von Beschäftigten mit Behinderung der Werkstätten („Wann macht die Werkstatt endlich wieder auf“). 

Eine Frage ist Britta Hansen besonders in Erinnerung geblieben: „Warum dürfen nicht behinderte Menschen weiter arbeiten gehen und Menschen mit Behinderung nicht?“ In der damaligen Situation waren die Werkstätten komplett geschlossen und wurden erst schrittweise wieder geöffnet - die Frage betraf also nicht nur den Alltag der Beschäftigten ganz direkt, sondern war auch aus ethischer Sicht im Hinblick auf die Teilhabe der Beschäftigten brandaktuell. Die Mitarbeitenden der Hotline mussten also auch zu solch grundsätzlichen Fragen Rede und Antwort stehen, auch wenn sie die Bestimmungen nicht selbst entwickelt hatten, sondern an politische Entscheidungen gebunden waren.