• Impfärztin Anna Liegmann (rechts) verabreicht die Impfung, Regina Weiß vom Paul-Gerhardt-Haus hält beruhigend die Hand einer Bewohnerin.

Schutz für Bewohner*innen: Ein kleiner Pieks gegen das Corona-Virus

(03.01.2021) Kurz nach dem Jahreswechsel war es soweit: Am Sonntagmorgen sind die ersten Menschen im Landesverein für Innere Mission in Schleswig-Holstein gegen das Corona-Virus geimpft worden. Zwei Impfteams haben 81 Bewohner*innen im Paul-Gerhardt-Haus in Wahlstedt mit dem Impfstoff versorgt.

Als zwei Fahrzeuge der Johanniter aus Lübeck am Sonntagmorgen um Punkt Neun Uhr auf den Vorhof des Paul-Gerhardt-Hauses in Wahlstedt rollten, warteten bereits die ersten Bewohner*innen im Foyer. Und nur wenige Minuten, nachdem die Impfteams ihre Ausrüstung aufgebaut und das Kühlaggregat mit dem Impfstoff in die Einrichtung gebracht hatten, konnten die ersten Menschen im Landesverein für Innere Mission in Schleswig-Holstein gegen das Corona-Virus geimpft werden.

Einrichtungsleiter Stephan Kühn erhielt am Nachmittag des 30. Dezember 2020 die freudige Nachricht, dass kurz nach dem Jahreswechsel die Corona-Schutzimpfung im Altenpflegeheim durchgeführt werden kann. Bis am Morgen des 3. Januar die erste Spritze gesetzt werden konnte, waren allerdings umfangreiche Vorbereitungen nötig: Formulare mussten ausgefüllt und den Bewohner*innen oder ihren Betreuern zur Unterschrift vorgelegt, ein Impfraum musste hergerichtet und zusätzliches Personal für den außergewöhnlichen Einsatz am Sonntag gewonnen werden.

Die Bereitschaft zur Impfung gegen das Corona-Virus ist im Paul-Gerhardt-Haus groß: 81 von 92 Bewohner*innen wollen sich impfen lassen. Einrichtungsleiter Stephan Kühn ist stolz auf die Menschen im Altenpflegeheim: „Sie haben im vergangenen Jahr einige Einschränkungen erlebt, beispielsweise die Schließung zu Beginn der Pandemie oder zuletzt den Lockdown, aber sie sind sehr tolerant“, berichtet Kühn.

Eine gewisse Anspannung, aber keine Angst herrschte am Sonntag im Paul-Gerhardt-Haus in Wahlstedt, als die Impfungen kurz bevor standen. Nach Beobachtung von Stephan Kühn haben sich die Bewohner*innen im Vorfeld überwiegend gut informiert und die Entwicklungen und Diskussionen rund um den Corona-Impfstoff beobachtet. Das bestätigt auch Impfärztin Anna Liegmann: „Ich nehme ein großes Interesse bei den Bewohnern war. An ihren Fragen erkennt man, dass sie sich ausführlich Gedanken gemacht haben“, lobt Liegmann. Nachfragen beziehen sich vor allem auf mögliche Nebenwirkungen und die Zeit bis zur Auffrischung der Impfung. 

Bei den Aufklärungsgesprächen, die Anna Liegmann und die anderen Impfärzte vor der Durchführung der Impfung führen, wird aber deutlich, dass sich die Menschen im Paul-Gerhardt-Haus eine Rückkehr zur Normalität wünschen - ohne Maske und Besuchsbeschränkungen. Die Impfteams besuchen derzeit eine Einrichtung pro Tag, üblicherweise dauern die Impfungen von morgens bis zum Nachmittag, in Einzelfällen auch bis in die Abendstunden.

Nach Einschätzung von Impfärztin Anna Liegmann nimmt die Aufklärung den größten Raum ein, die eigentliche Impfung dauert nur wenige Augenblicke. Die junge Ärztin beantwortet geduldig und mit einem Lächeln die Fragen der Bewohner*innen und steht auch für Einzelgespräche zur Verfügung. Nachdem alle Fragen geklärt und gelegentliche Angst beseitigt ist, kann es losgehen: „Rechter oder linker Arm?“, fragt Liegmann und ermutigt ihre Zuhörer*innen.

Während die Einrichtungen der Altenhilfe im Landesverein in den kommenden Wochen von mobilen Impfteams angefahren werden, werden erste Impfungen in den Einrichtungen der Fachpflege und Psychiatrischen Pflege des Landesvereins sowie im Psychiatrischen Krankenhaus in Rickling voraussichtlich ab der dritten Kalenderwoche des neuen Jahres vorgenommen. Der Landesverein hat in den vergangenen Wochen umfangreiche Vorbereitungen getroffen, um im Tagungszentrum Fichtenhof in Rickling ein Impfzentrum einzurichten.