Tierische Abwechslung im APH Ruhleben: Da steht ein Pferd auf dem Flur…

(25.01.2021) Corona-Zeiten mögen gelegentlich langweilig sein. Auf manch schöne Abwechslung brauchen die Bewohner*innen des Altenpflegeheims Ruhleben dennoch nicht verzichten. So freuen sie sich auf den Besuch von Daisy, die regelmäßig alle vier bis sechs Wochen einmal hereinschaut. Allerdings ziemlich wortkarg dabei ist – denn bei Daisy handelt es sich um eine sechsjährige Ponystute.

„Da ist sie ja wieder!“ Viele der Bewohner*innen warten schon auf Daisy, haben auf dem Veranstaltungskalender am Schwarzen Brett gesehen oder davon gehört, dass wieder ein Besuch von ihr ansteht. Manche haben sich erwartungsvoll im Foyer des Hauses eingefunden. Denn die kleine Schimmelstute schenkt allen, die es möchten, ein paar Minuten ungeteilter Aufmerksamkeit. Auch zu jenen, die bettlägerig sind, trappelt sie in die Zimmer und schiebt ihnen ihre weiche Nase entgegen. Daisys Zuwendung ist allerdings nicht ganz uneigennützig und in starkem Maße von der Anzahl der Apfelstückchen abhängig, die jeweils für sie bereitgehalten werden.

Dieses Mal sind es Beate Rettig und Sonja Weckesser, die das Shetlandpony von Besitzerin und Trainerin Annette Bergmann an der Eingangstür übernehmen. Mittlerweile wissen die beiden Betreuungskräfte, wer von den Bewohner*innen sich auf Daisys Besuch freut und wer lieber keine tierische Begegnung möchte. Sonja Weckesser führt das Pferdchen, Beate Rettig trägt die Schale mit den Apfelstückchen hinterher. Sie gehen durch die Flure zu den Tischen und in die Zimmer und fahren mit ihm per Fahrstuhl – für Daisy offenbar das Selbstverständlichste der Welt.

„Ich bin in meiner Jugend auch geritten. Oben auf dem Deich entlang, in vollem Galopp, das hat Spaß gemacht!“ schwärmt Waltraud Lüdke. Und kuschelt ausgiebig mit dem Pony, bevor sie seinen Hals mit einer weichen Bürste putzt. Nicht dass Daisy es nötig hätte, sie kommt immer sauber und gestriegelt in Ruhleben an. „Für viele Bewohner und Bewohnerinnen waren Tiere Bestandteil ihres Lebens, sie hatten Haustiere oder lebten sogar auf einem Bauernhof“, erklärt Beate Rettig. „Sie freuen sich einfach, wieder Kontakt mit Tieren zu haben.“

Und was sagt das Pony dazu? „Daisy mag gern zu älteren Menschen gehen. Die sind in der Regel ruhig und für das Tier berechenbar. Kontakt zu Kindern genießt sie nicht so sehr“, stellt Besitzerin Annette Bergmann fest.

So sorgt das kleine Pony in dem Altenpflegeheim für viel Freude, schöne Erinnerungen, Gesprächsstoff und für etwas Abwechslung, nicht nur in Corona-Zeiten.