Begegnung auch während des Lockdowns im geschützten Rahmen ermöglichen

Landesverein errichtet Zelt auf dem Lindenhof mit einer Fläche von 500 Quadratmetern als "Frei-Raum" für Patient*innen, Klient*innen, Mitarbeiter*innen und Bewohner*innen.

(03.11.2020) Kinos und Restaurants sind geschlossen, die Anzahl der Kunden in Geschäften ist beschränkt, Treffen im öffentlichen Raum sind stark eingeschränkt – wie bereits im Frühjahr hat auch der neuerliche „Lockdown“ in Folge der Corona-Pandemie nicht nur drastische Auswirkungen auf das öffentliche Leben, sondern auch auf den sozialen Bereich. Bewohner*innen in den Pflegeeinrichtungen und dem Reha- und Pflegebereich, Beschäftigte in den Werkstätten und Rehabilitand*innen in den Suchthilfeeinrichtungen des Landesvereins für Innere Mission in Schleswig-Holstein waren von Einschränkungen beispielsweise bei den Besuchsregeln betroffen.

Einsamkeit und soziale Isolation

Vielerorts waren im Verlauf der vergangenen Monate nur geringfügige „Lockerungen“ möglich: „Einsamkeit und soziale Isolation sind Folgen eines Ausnahmezustands, der seit vielen Monaten anhält und bei dem zum jetzigen Zeitpunkt nicht absehbar ist, ob er sich auf den November 2020 beschränken wird“, warnt Pastor Andreas Kalkowski, Direktor des Landesvereins. Er erinnert daran, dass die Mitarbeitenden des Landesvereins in den vergangenen Monaten bereits sehr intensive und vielfältige Anstrengungen unternommen hätten, dieser Isolation entgegenzuwirken.

Teilhabe mit kreativen Ideen gestalten

Zusätzlich zu vielen kreativen Ideen, welche in den einzelnen Einrichtungen umgesetzt wurden, hat der Landesverein jetzt einen Ort geschaffen, der Begegnung unter sicheren und kontrollierten Bedingungen ermöglicht: „Wir möchten Teilhabe ganz besonders in den nächsten Wochen, in denen Kontakte weiter minimiert werden, für die uns Anvertrauten möglich machen“, unterstreicht Direktor Andreas Kalkowski. Ab sofort steht dafür ein Zelt zur Verfügung, welches der Landesverein auf dem Sportplatz auf dem Lindenhof errichtet hat. „Als neuesten Raum des Landesvereins“ bezeichnete Pastor Kalkowski das Zelt anlässlich eines Ortstermins am Montag, bei denen Vertreter der Geschäftsbereiche und zentralen Einrichtungen besichtigen und erste Ideen diskutieren konnten.

Heizung, Lüftung, separate Ein- und Ausgänge

Der neue Begegnungsort umfasst eine Fläche von 500 Quadratmetern und ist mit zwei verschließbaren Türen ausgestattet, Eingang und Ausgang sind somit räumlich getrennt. Eine Seite des Zelts besteht aus Fenstern, ansonsten ist das Zelt rundum geschlossen. Das Zelt verfügt über eine Heizung sowie einen kontinuierlichen Luftaustausch, zudem wird derzeit ein Glasfaserkabel für schnelles Internet gelegt.

Das neue Angebot richtet sich in erster Linie an Menschen, die auf dem Lindenhof in Rickling oder in Einrichtungen des Landesvereins in der Umgebung wohnen. Außerdem soll das Zelt für berufliche Veranstaltungen für Mitarbeitende genutzt werden. Angedacht sind bislang beispielsweise Angebote zur Betrieblichen Gesundheitsförderung und Internen Fortbildung für Mitarbeitende sowie vorweihnachtliche Aktivitäten für Bewohner*innen.

Zudem könnte das Zelt beispielsweise für Gottesdienste und sichere Besuchsmöglichkeiten genutzt werden – Pastor Andreas Kalkowski versteht das Zelt ausdrücklich als „Frei-Raum“, welcher von allen Geschäftsbereichen und Abteilungen des Landesvereins genutzt und gestaltet werden kann – selbstverständlich unter ständiger Prüfung der jeweils aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Ideen für das Begegnungs-Zelt werden in den nächsten Tagen in enger Abstimmung mit dem Hygienestab und dem Gesundheitsamt und unter strikter Berücksichtigung der Hygieneanforderungen geprüft und weiterentwickelt: „Wir möchten nicht nur die Möglichkeiten haben, sondern wir möchten sie unter kontrollierten Bedingungen haben“, erklärt Dr. Artur Bahr, Leiter des Hygienestabs. Das Zelt bietet laut Dr. Bahr einen abgesicherten Rahmen.

Deshalb wird für jegliche Veranstaltungen auch eine strikte Anmeldung eingerichtet, um die Nachverfolgung der Teilnehmenden sicherstellen zu können. Dr. Bahr erinnert daran, dass bewährte Veranstaltungsorte wie das Freizeitzentrum „Kuhstall“ oder das Tagungszentrum „Fichtenhof“ inzwischen geschlossen sind – das Zelt gleicht somit nicht nur einen Engpass aus, welcher sich durch die neuerliche Allgemeinverfügung ergeben hat, es bietet ganz andere Möglichkeiten für etablierte und neuartige Veranstaltungsformen.