Exklusive Fahrstunde für Beschäftigte des Café Spindel beim ADAC

Im September 2025 wurde das Restaurant Café Spindel in Bad Segeberg mit dem ADAC Tourismuspreis ausgezeichnet. Die Jury rund um Schirmherr Claus Ruhe Madsen (Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus) hat die Spindel mit folgender Begründung ausgewählt: „Das Restaurant Café Spindel überzeugt mit gelebter Inklusion und zeigt, wie Service auf Herzhöhe gelingt. Das Team stellt den Menschen in den Mittelpunkt und beweist, dass gastronomische Qualität und soziale Verantwortung Hand in Hand gehen können. Mit seinem inklusiven Ansatz bietet das Café nicht nur ein vorbildliches Beispiel für gelungene Teilhabe, sondern zugleich eine innovative Antwort auf den Fachkräftemangel. Ein starkes Team, das Vorbildcharakter hat und weit über die Branche hinaus strahlt.“ Zum Strahlen bringen wollte der ADAC Schleswig-Holstein seine Preisträger*innen gerne, indem ihnen ein persönlicher Wunsch erfüllt wird.

„Einmal selbst ein Auto fahren“ – ein Traum, der für viele Menschen mit Einschränkungen nicht zur Wirklichkeit wird. Ob ein Mensch mit einer geistigen Behinderung den Führerschein machen darf, wird immer je nach Einzelfall entschieden. In der Regel wird dazu eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) angeordnet, bei der die betroffene Person unter anderem auf ihre Reaktions- und Wahrnehmungsfähigkeit sowie auf die Fähigkeit zur Konzentration getestet wird. Auch die Beschäftigten in unserem Café Spindel haben bisher wenige bis gar keine Erfahrungen mit dem Autofahren gemacht, vor allem, weil die Theorie für Menschen mit Lernschwächen eine große Herausforderung darstellt. Umso aufgeregter waren die neun Beschäftigten, als sie am 27. Juni in den VW Bus in Richtung Kiel-Boksee einstiegen. Nächster Halt: ADAC Verkehrsübungsplatz. Dieser war extra für das Team der Spindel für den Vormittag gesperrt worden. Ein Empfangskomitee aus Mitarbeitenden des ADAC sowie den Fahrlehrer*innen der drei Fahrschulen Baltic Drive, DOC.DRIVE und Peschkes Fahrschule erwartete die Hauptdarsteller*innen des Tages. Nach einer gemeinsamen Stärkung und einer Vorstellungsrunde ging es direkt in die Autos, die am bisher heißesten Tag des Jahres glücklicherweise alle gut klimatisiert waren.

Oh Gott, was passiert jetzt?

Gedanken vor der ersten Fahrt

„Oh Gott, was passiert jetzt? Geb ich zu viel Gas oder zu wenig? Drück ich zu doll auf die Bremse?“, schilderte Katharina aus der Küche ihre Bedenken vor der ersten Fahrt. Die Bedenken waren schnell verflogen, als sie die ersten Runden gedreht hatte. Insgesamt standen fünf Fahrschul-Autos zur Verfügung, die keine Minute lang stillstanden. Wer gerade nicht selbst fahren konnte, begleitete die Kolleg*innen auf ihren Fahrten und auch die Mitarbeiterinnen der Spindel, die mit vor Ort waren, wagten sich auf die Rückbänke. Justin, der im Service tätig ist, gab zu, dass er gemischte Gefühle bei seiner ersten Fahrt hatte: „Auf der einen Seite war das entspannt, auf der anderen Seite hatte ich auch Angst, Fehler zu machen. Aber am Ende war es cool!“ Je mehr Übung die Fahranfänger*innen hatten, umso mutiger wurden sie: Rückwärts einparken, Gefahrenbremsung, kurvige Strecken und und und. Aus der letzten Runde wurden drei, weil keiner wollte, dass der schöne Tag vorbeigeht. „Ich würde mir wünschen für den einen oder anderen, dass er die Chance bekommt, das vielleicht nochmal auszuprobieren oder vielleicht auch mal den Führerschein zu machen“, so Fahrlehrerin Kirsten von der DOC.DRIVE Fahrschule.

Die Fahrlehrer*innen, die sich für diese besondere Aktion freiwillig gemeldet hatten und die Beschäftigten der Spindel mit so viel Geduld und Empathie angeleitet haben, wurden von diesen mit einer La-Ola-Welle verabschiedet. Auch wir bedanken uns bei allen Beteiligten für dieses unvergessliche Erlebnis, das sicher noch lange in den Köpfen und Herzen unseres Spindel-Teams bleiben wird!

Café Spindel
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